Summertime Sadness…

‚It’s ok to be scared. Being scared means you’re about to do something really really brave.‘

Wir haben Mitte Juli. Mein letzter Post ist bereits einige Wochen her. Nicht, weil ich nichts zu sagen habe, sondern weil ich ein Mensch bin, der sich auf gewisse Situationen erstmal einlassen muss um mit ihnen zurecht zu kommen…

Chemo 8 von 8 habe ich überstanden, Nebenwirkungen inklusive. Ein schönes Gefühl – es fühlt sich an als hätte man seinen Führerschein bestanden. Bevor du die Prüfung bestehst und somit das Gefühl von unendlicher Freiheit hast, musst du eine gewisse Zeit regelmäßig hingehen und lernen.

Ich fühle mich erleichtert und glücklich. Trotzdem ist da dieser graue Schleier in meinem Kopf, der die positiven Gefühle übertüncht. Egal was ich tue, egal wie glücklich ich darüber sein könnte, dass ich endlich wieder so etwas wie Freiheit fühlen darf, der graue Schleier bleibt und lässt mich tiefe Frustration verspüren. Der Grund dafür ist ganz einfach; ich BIN nicht frei. Jeden Tag lebe ich in ständiger Angst vor dem was kommt. Nur weil ich meine Chemotherapie abgeschlossen habe, hat dieser Albtraum noch lange kein Ende. Um genau zu sein ist es wie ein niemals endender Albtraum. Eine Spirale aus Angst, Hoffnung, Glücklich sein. Tag ein, Tag aus. Die letzten 7 Monate waren Port, Chemobeutel, Schmerzen, MRT’s, Ct’s, wöchentliche Besuche zur Blutkontrolle, Lympdrainage, Krankenhausaufenthalte, Taxifahrten, Übelkeit, Schlaf und die immer währende Frage „Wie wird dieser Krimi ausgehen?“, meine Begleiter. Auch wenn der Führerschein geschafft wäre, kann mir keiner sagen wie lange ich damit noch rumfahren werde und ob ich irgendwann mit meinem Wohnmobil voller Kids und meinem Mann die Westküste Europas erkunden darf…

Mitte September wird die Mastektomie stattfinden, ein paar Wochen später der Brustaufbau. Es liegt noch ein langer, steiniger Weg vor mir und mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob mich diese ganze Zeckensituation kopfmäßig nicht mehr f**** als ich bisher dachte.

Summertime Sadness…

Mir ist langweilig. Ich bin krankgeschrieben und habe viel Zeit, aber wenig Energie, Kraft und Muse damit irgendetwas sinnvolles anzufangen. Die Leichtigkeit fehlt.

Der Sommer ist im vollen Gange. Und damit auch die Open Air Saison. Festivals. Strandtage. Draußen abhängen, Fahrrad fahren, die Sonne genießen, Sport machen, Laufen gehen, mit Freunden die Stadt unsicher machen. Unbeschwert und leicht sein. Es zu schätzen wissen, dass der Tag erst spät zur Nacht wird und man auch nach Feierabend draußen sein und leben kann. Langeweile? Keine Spur davon.

Ich will Social Media nicht die Schuld dafür geben, dass ich all das jeden Tag auf die Nase gebunden bekomme und die Leute tatsächlich um die Leichtigkeit beneide.. Ich kann nicht leugnen, dass es mich fertig macht und mir weh tut in die glücklichen Gesichter der Leute zu sehen die all das haben. Jetzt kann man sich fragen warum ich denn nichts gegen diese negativen Gefühle mache und stattdessen viel Zeit Zuhause verbringe. Der Grund dafür ist ganz einfach, ich kann es schlichtweg nicht. Körperlich.

Immer wenn ich denke „Komm Kim, das Wetter ist super, geh raus und genieß den Sommer, geh an die Alster, verbringe den ganzen Tag an der frischen Luft…“ übermannt mich die harte und traurige Wirklichkeit. Mein Körper ist dafür nicht bereit. Dank der künstlich herbeigeführten Menopause habe ich Schweißattacken die mich binnen Sekunden außer Gefecht setzen, eine unberechenbare Verdauung, null Kondition, gehe so langsam, dass ich einer 70 Jährigen Konkurrenz machen könnte, kann nicht länger als ein paar Minuten stehen und muss mich immer hinsetzen. Von meinen Medikamenten mal ganz abgesehen – ohne die geht leider gar nichts. Methadon und 15 andere Tabletten sind mein täglich Brot. Zusammengefasst: ich bin zu 100% abhängig von Medikamenten und äußeren Umständen. Das hat leider so gar nichts mit Freiheit zu tun und hindert mich demnach auch morgens spontan ins Auto zu steigen und einfach an den Strand zu fahren, den ganzen Tag nichts zu tun außer durch den Sand spazieren, Pommes essen und einfach dann wieder heim fahren wann ich möchte…

Dann ist da noch die Tatsache, dass meine besten Freundinnen leider nicht in Hamburg leben und ein spontanes Treffen nicht machbar ist. Das ist super schade, denn mit ihnen lache ich immer aus vollstem Herzen, kann sein wie ich wirklich bin. Die alte Kim, die im Auto flucht und zur Musik abgeht, keine Hemmungen hat vor ihnen zu pupsen (omg, sie hat pupsen gesagt), Filme gucken, Essen gehen, übers Leben philosophieren und Zukunftspläne schmieden. Mit ihnen ist einfach alles leichter. Sie sind wie eine natürliche Medizin – wenn wir zusammen sind, geht es mir sowohl psychisch als auch physisch gut. Aus diesem Grund freue ich mich immer als gäbe es keinen Morgen mehr, wenn eine #fantasticfour Reunion geplant ist. Anfang September ist es endlich soweit und wir haben ein paar Tage im schönen Zürich in der wundervollen Schweiz wo wir alle unsere Akkus mal wieder bis zum überschwappen aufladen können. Auch wenn es seltsam klingt – wir können 24/7/365 Tage im Jahr zu sein und gehen uns nie auf den Sack. Die drei sind wirklich die Liebe meines Lebens.

Zukunftsmusik

Niemand weiß wie die Zukunft aussieht, bei Krebs schon mal gar nicht. Ich bin zwar vor Natur aus ein positiver Charakter und mein Glas ist grundsätzlich halb voll. Trotzdem macht es mich fertig nicht zu wissen ob sich der tägliche Kampf auszahlt und die Ärzte mir irgendwann mitteilen, dass ich bis auf die nicht zu heilenden Knochenmetastasen und Lebermetas „gesund“ bin und mich auf das was noch kommt bedingungslos freuen kann.

Ich habe so dermaßen Fernweh und Bock auf Backpacking, Thailand erkunden, eine Safari in Südafrika zu machen, durch New York zu schlendern, mit der AIDA verreisen, einen Bulli mieten und in Europa campen. Ich hab einfach soo Bock auf das alles – aber immer mit dem grauen Schleier vor den Augen.

Das war’s auch erstmal mit dem kleinen #Lifeupdate und was aktuell in meinem Kopf vor sich geht. Es ist unsagbar schwer sich nicht komplett hängenzulassen und sich nicht aufzugeben. Ich muss stark sein, für meine Freundinnen, meine Familie, meinen Partner und für mich.

Eine Sache dir mir in schlechten Zeiten immer hilft und neue Power gibt ist Musik. Kein Tag vergeht ohne, dass ich ganz bewusst Musik höre. Von Paul Kalkbrenner über Marina and the Diamonds zu Ròisìn Murphy und Linkin Park (R.I.P. Chester)… Beats, Vocals und Lines helfen mir meine Gefühle zu verarbeiten und klarzukommen.

Love, Kim

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17 Comments

  1. Michaela
    23. Juli 2017 / 19:38

    Wie du einen mit Worten noch näher in deine Welt mitnehmen kannst, man spürt den Kummer, den Frust, die Sorgen vor allem was noch kommt… A B E R man spürt vor allem eins, die Löwin in dir! Geb niemals auf Kim! Das Leben wartet noch mit so vielen unfassbar tollen Momenten auf dich, die dich all das was du gerade durch machen musst, vergessen lassen werden. Ich wünsch dir von Herzen alles gute und Glück der Welt! Du bist Vorbild für so viele, auch für mich. Sogar mein Freund schaut immer wenn ich deine Story auf Insta anschaue. Du BERÜHRST UND IMSPIRIERST, DU GIBST KRAFT UND STRAHLST DIESE AUS! #kimscrew #fckcancer
    Ganz liebe Grüße nach Hamburg, deine Michaela

    • Kim
      23. Juli 2017 / 19:44

      tausend dank für so viel Liebe…

  2. 23. Juli 2017 / 19:39

    Es zerreißt mir das Herz, dass ich nicht immer bei dir sein kann. Das wir nicht mehr jeden Tag zusammen verbringen können und so unbeschwert und leicht sein können wie damals in der Schule. Wo alles noch so puderrosa war. Wo nichts wichtiger war als zusammen aus dem kleinen Kaff weg zu kommen und unser Leben zu leben. Heute kämpfen wir beide aus ganz unterschiedlichen Gründen und ich habe so wahnsinnig viel Respekt vor dir, deinem Mut und deinem Lebenswillen. Du bist meine Inspiration. Mit dir ist das Leben einfach so viel schöner und ich liebe dich und das trotz deiner pupse! 💜💜💜💜 für immer mein Herz. You and me and the other flowers 💜

    • Kim
      23. Juli 2017 / 19:45

      Ich vermiss dich auch. jeden einzelnen tag. für immer wir!

  3. 23. Juli 2017 / 19:40

    Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, liebste Kim. Ich verstehe dich! Soweit es mir natürlich möglich ist. Du meisterst deine Situation so unfassbar großartig! Du bist mir, und ich denke vielen anderen auch, so ein riesen großes Vorbild. Du regst mich fast täglich zum denken an, jeden Tag rufe ich mir ins Gedächtnis dankbar zu sein… und das weil Du mich dazu angeregt hast.
    Ich hoffe, dass du ganz bald all deine Wünsche in die Tat umsetzen kannst und endlich wieder völlig frei wie ein Vogel sein kannst. Ich würde es kaum jemandem mehr wünschen als dir! ♥️
    Bis dahin, bleib so stark wie du bist. Fühl dich ganz doll gedrückt.
    Beste Grüße,
    Johanna

    • Kim
      23. Juli 2017 / 19:46

      liebe Johanna, ganz lieben dank für deine starken Worte! <3

  4. Karin
    23. Juli 2017 / 20:03

    Dass man einen Menschen so sehr mögen kann, ohne ihn – in echt- zu kennen…
    Danke Kim, Du gibst so viel.

  5. Ines Jana
    23. Juli 2017 / 20:25

    Liebe Kim, danke für Deine Ehrlichkeit. Es ist ein schwerer Kampf , den Du führst, aber Du bist soo stark, Du schaffst das. Vielleicht ist das nicht Dein Sommer in diesem Jahr. Aber im nächsten Jahr wird es besser, Du wirst sehen. Bis dahin halte Dich weiter so tapfer . Mein Angebot mit einem Besuch in Lübeck steht nach wie vor. 8

  6. Steffi
    23. Juli 2017 / 21:03

    Liebe Kim,

    ich kann dich so gut verstehen. Man sehnt sich nichts mehr herbei, als diese doofe Zeit der Chemo hinter sich zu bringen und wenn es so weit ist, merkt man, dass einem diese Medikamente auch ein Gefühl der Sicherheit gegeben haben.

    Das diese Sicherheit jetzt wegfällt, machte mir damals zumindest vom Kopf her auch ziemlich zu schaffen. Vielleicht kommen daher deine zeitweise schlechten Gedanken?

    Auch die künstliche Menopause (bei mir war es damals das Tamoxifen) macht einer jungen Frau ziemlich zu schaffen. Ich hatte damals tatsächlich immer nur die extremen Hitzewallungen und die Gliederschmerzen als Nebenwirkung eingeschätzt, was diese künstlichen Hormone aber auch mit der Psyche machen -nämlich regelmäßige Heulattacken- wurde mir erst bewusst, als ich die Tabletten abgesetzt habe. Vorher hatte ich das nur auf meine verzwickte Situation geschoben…

    Die Ärzte sagen immer, dass metastasierter Brustkrebs nicht heilbar wäre. Aber warum sollte das auch auf dich zutreffen? Das weiß letztendlich kein Mensch… und es gibt sie – diese kleinen medizinischen Wunder. Also warum solltest du nicht eins davon werden?

    Ich sage mir täglich ich bin Wonder Woman und werde wieder vollkommen gesund und zumindest -auch wenn es fünf Jahre gedauert hat- bin ich zur Zeit frei von Krebs und sitze gerade in Cala Ratjada und genieße wieder mein Leben. Sie kommen also wieder: Die guten Zeiten im Leben!! Der Schatten bleibt aber ehrlich gesagt auch und zwar spätestens wenn die nächsten Kontrolluntersuchungen anstehen. Aber die Angst beherrscht zumindest nicht mehr 24/7 dein Leben…

    Also liebe Kim, zweifle nicht an deiner Stärke. Du bist viel stärker als du glaubst. Ich glaube ganz fest daran, dass du deinen Weg gehen wirst. Und damit meine ich wirklich deinen persönlichen Weg. Keiner kann dir diesen Vorschreiben, weil letztendlich nur du weißt, was wirklich gut für dich ist. Und dann geht es auch bald wieder bergauf für dich!!

    Ich drück dich ganz doll…
    Steffi

    • Kim
      23. Juli 2017 / 22:07

      <3 - mehr fällt mir dazu nicht ein..

  7. Nicola Allweiler
    23. Juli 2017 / 21:31

    Liebe Kim,
    All das, von dem du schreibst, kann ein gesunder Mensch nie zu 100% so nachfühlen wie du, und trotzdem möchte ich dir sagen, das ich verstehen kann, was du meinst! Du machst gerade die Hölle durch, und niemand macht dir Vorwürfe, das du es „besser“ machen solltest oder anders!
    Du bist eine absolute Powerfrau, und auch die haben Ängste und Zweifel, aber deine ganze Community steht hinter dir und glaubt an dich! Du kannst diese ganze Sch***e schaffen!
    Ich arbeite seit einer Weile als Kinderkrankenschwester auf der Kinderonkologie. Seitdem ich dort angefangen habe, und auch dadurch, das du meintest wie unbeschwert ein „gesunder“ Mensch durchs Leben gehen darf, ist mir dieser Luxus wirklich bewusst. Ich habe angefangen kleine Dinge wertzuschätzen wie zum Beispiel schöne Blumen am Wegesrand oder den Wind der durch Bäume rauscht oder eine besonders gute Tasse Kaffee. Danke das du darauf hinweist, das nichts selbstverständlich ist.
    Ich möchte dir einfach Mut zusprechen dich wissen lassen, dass Viele da draußen an dich denken!
    Alles Liebe
    Nicola

  8. Larissa
    23. Juli 2017 / 23:29

    Ich verfolge dich nun bereits seit einigen Monaten und denke mir immer wieder wow was für eine Powerfrau so oft machst du mir mut und gibst mir neue Kraft und ich bin dir dafür so unendlich dankbar. Beim lesen dieses posts sind mir Regelrecht die Tränen runtergekullert. Du bist so unendlich stark und versprühst so viel frieden auf dieser Welt ich danke dir❤️ Ich wünsche dir alles gute auf dieser Welt 🌎 danke das du so bist wie du bist

  9. Elena
    24. Juli 2017 / 10:45

    Meine allerliebste Kim,

    Als ich gerade deinen Text gelesen habe sind mir vor lauter Emotionen ein paar Tränen die Wange runtergekullert. Du bist eine so unfassbar tolle Frau- dafür fehlen mir fast die Worte. Ich habe mich gefragt wie ich wohl mit so einer Situation umgehen würde- und ich hab darauf keine Antwort. Du bist ein Vorbild für ganz viele Leute und es ist okay auch mal Schwäche zu zeigen, zu weinen, zu fluchen und den Kopf unter die Decke zu stecken. Das gehört doch auch zum Leben dazu Oder? Um dann wieder mit Vollgas anzugreifen. Und weißt du worauf ich mich am meisten freue? Auf Bilder von dir an der Westküste Europas, Thailand oder mit einer Horde kleiner Kim’s und Chris‘. Vergiss nie wie Wunderbar du bist. Ganz viel Liebe an dich 💗

  10. Özden
    24. Juli 2017 / 22:34

    Hallo!

    In solch schweren Lebenslagen sollte man sämtliche negative Gefühle (wie z.B. Angst!) ruhig zulassen. Dadurch werden diese Gefühle (mit der Zeit) immer weniger zur Bedrohung!
    Nicht weglaufen! Sich ALLEN Gefühlen stellen! 😉

    Liebe Grüße!

  11. Annka
    26. Juli 2017 / 12:18

    Liebe Kim,

    puh, der Text setzt mir ganz schön zu. Er zeigt auf ganz erstaunliche Weise, wie schwer der Kampf trotz aller positiven Einstellung nun mal ist. Die Zecke ist leider nun mal keine Erkältung, die bald wieder vorbei geht. Trotzdem zeigt mir der Blogpost aber auch das, was ich am meisten an dir bewundere: Deinen Stolz, deinen Willen und deinen Kampfgeist. Ich habe dir schon öfter auf anderen Plattformen gesagt, dass du ein Vorbild für mich warst, bist und sicherlich weiterhin sein wirst. Ich bin selbst vom Typ her eher pessimistisch und stecke schnell den Kopf in den Sand, doch deine Worte zeigen mir oft, dass vieles eigentlich halb so wild ist und man mit einer positiven Grundeinstellung auch deutlich einfach durchs Leben gehen kann, als wenn man immer alles schwarz malt. Oft sind deine Postings der nötige Tritt in den Arsch, der „Reiß-dich-mal-zusammen-und-schalt-die-innere-Dramaqueen-ab“-Moment.

    Ich wünsche dir auf deiner weiteren Reise alles erdenklich Gute und die nötige Portion Glück. Auch wenn du derzeit nicht viel real verreisen kannst, sieh dein Leben einfach als eine große Reise an. Der Weg ist das Ziel und wir werden alle an unsren Herausforderungen aber auch an den Menschen, die uns lieben und begleiten wachsen.

    Und wenn du mal ins Ruhrgebiet kommen möchtest, bist du herzlich auf einen Kaffee, Burger, Pilsken was auch immer du magst eingeladen.

    Herzlichte Grüße
    Annka (annkatrinity)

  12. 2. August 2017 / 21:15

    Liebe Kim,
    ich bin vor einiger Zeit in Instagram auf dich gestossen und verfolge nun auch hier deinen Blog.
    Diesmal möchte ich dir schreiben.
    Auch wenn wir nicht das gleiche Schicksal teilen, geht es uns teilweise ähnlich.
    Mein kleiner Bruder hatte Ende letzten Jahres einen schweren Autounfall, wie durch ein Wunder hat er überlebt, ob er jemals wach wird oder welchen Zustand er erreichen wird, das weiß niemand.
    Es wird die Zeit zeigen, aber das Warten ist furchtbar. Furchtbar anstrengend und belastend.
    Auch ich empfinde tatsächlich oft Neid. Neid auf die Freiheit und Unbeschwertheit meiner Freunde und Freundinnen. Festivals, Urlaube, lange Nächte. Und ich? Tag für Tag am Bett meines Bruders, der Kampf gute Ärzte und Therapeuten zu finden. Alles dreht sich nur noch darum. Und nebenbei führen meine Mutter und ich noch zwei Firmen. Da bleibt wenig Zeit und Kraft für andere Aktivitäten.
    Auch ich habe mir die Situation nicht ausgesucht, mein ganzes Leben hat sich verändert und wird nie wieder wie vorher sein. Ich stelle mein Leben hinten an. Aber ich bin stets bemüht das beste aus meiner Situation zu machen, weil mir bleibt nichts anderes übrig.
    Ich möchte dich nur wissen lassen, dass du für mich eine große Inspiration bist und ich toll finde, wie du darüber schreibst. Auch ich schreibe, auch über den Schicksalsschlag in meinem Leben und wie sich mein Bewusstsein zum Leben verändert.

    Ich kenne dich nicht, aber ich weiß, dass du sehr mutig und stark bist.
    Gib niemals auf.

    Liebe Grüße aus Nürnberg
    Carrie
    http://www.kolumne-carrie.com/

  13. Oliver Nofftz
    3. August 2017 / 16:07

    Hallo
    Mein Schwiegervater ist am 27.07.2017 nach einem Jahr Kampf gegen den Krebs eingeschlafen. Deine Worte treffen die letzten Monate die wir mit ihm gehen durften zu 100 %.
    Es ist wirklich sehr schön deine Gedanken und Gefühle als mal lesen zu können und mit erleben zu dürfen und wie man dann so manches bei sich und seinen lieben wieder findet.
    Du bist eine klasse Frau,Kämpfe weiter denn jeder Tag ist es wert zu kämpfen. Wir wünschen dir weiterhin alles Liebe und gute
    ❤❤❤❤

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